Die Midea PortaSplit in Kürze
Die Midea PortaSplit ist eine Zwischenlösung, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab: eine Split-Klimaanlage ohne feste Installation. Das Innengerät steht auf Rollen im Zimmer, das Außengerät hängt an einer Halterung außen am Fenster oder am Balkongeländer, verbunden sind beide über einen flachen Schlauch, der durch einen Fensterspalt läuft. Es gibt keinen Wanddurchbruch, kein Vakuumieren, keinen Kältetechniker.
Laut Midea kühlt die PortaSplit mit 3,5 kW (12.000 BTU), erreicht SEER 6,1 (Energieklasse A++) und heizt per Wärmepumpe mit SCOP 4,0 (A+). Bei Amazon kostet sie derzeit preis ansehen. Die Käufer vergeben im Durchschnitt 4,4 von 5 Sternen bei 598 Bewertungen auf Amazon (Stand: 08.11.2026) – die breiteste Bewertungsbasis aller Geräte in unserem Vergleich.
Für diese Bewertung haben wir die offizielle Produktseite von Midea, das Datenblatt, das Faltblatt 2024, den Hausklimakatalog 2025, die Pressemitteilung zur R290-Umstellung und die Produktbeschreibung bei Amazon ausgewertet. Einen eigenen Betriebseindruck haben wir nicht.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Midea PortaSplit |
|---|
| Bauart | mobile Split-Klimaanlage (Innengerät auf Rollen, Außengerät an Halterung) |
| Kühlleistung | 12.000 BTU/h / 3,5 kW |
| Heizleistung | 3,5 kW (Produktseite, Katalog 2025) bzw. 3,2 kW (Datenblatt) |
| Effizienz Kühlen / Heizen | A++ / SEER 6,1 – A+ / SCOP 4,0 |
| Raumgröße | bis 42 m² / 105 m³ |
| Schalldruck innen (Hi/Mi/Lo/Silent) | 49/47/44/39 dB(A), Silent gemessen in 1 m Abstand |
| Schallleistung innen / außen | 59 dB / 62 dB |
| Schalldruck außen | 56 dB(A) |
| Einsatzbereich außen | Kühlen 0 bis 45 °C (Datenblatt: bis 50 °C), Heizen −10 bis 24 °C |
| Verbindungsschlauch | flach, 2,7 × 6 × 200 cm |
| Innengerät | 518 × 340 × 646 mm, 32,5 kg |
| Außengerät | 500 × 260 × 438 mm, 9,9 kg |
| Stromversorgung | 220–240 V, 50 Hz (Schukostecker) |
| Kältemittel | R32 (aktuelle Generation) |
| Steuerung | Fernbedienung, Smart-Home-App |
| Garantie | 3 Jahre laut Katalog |
Zwischen den Midea-Unterlagen gibt es kleine Abweichungen: Das ältere Datenblatt nennt 3,2 kW Heizleistung und bis 50 °C Außentemperatur beim Kühlen, Produktseite und Katalog 2025 nennen 3,5 kW und 45 °C. Wir geben deshalb beide Werte an.
Aufbau: wirklich ohne Installateur
Das ist der Kern der PortaSplit. Midea beschreibt den Aufbau in drei Schritten: Halterung anbringen, Außengerät auf die Halterung setzen, in Betrieb nehmen. Auf der Produktseite heißt es ausdrücklich „Kein Installateur, kein Werkzeug, kein Bohren“. Die Metallhalterung wird laut Faltblatt ohne Umbau des Fensterrahmens befestigt.
Der Unterschied zu einer klassischen Split-Klimaanlage liegt im Kältemittelkreislauf. Bei einem fest installierten Gerät verlegt ein Fachbetrieb Kupferleitungen, vakuumiert sie und öffnet die Ventile. Wer mit F-Gasen arbeitet, braucht dafür nach der EU-F-Gase-Verordnung eine Zertifizierung, darauf weist auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks hin. Bei der PortaSplit ist der Kreislauf ab Werk geschlossen: Innen- und Außengerät sind über den flachen Schlauch dauerhaft verbunden, beim Aufstellen wird nichts gelöst. Deshalb dürfen Sie das Gerät selbst aufbauen.
Im Lieferumfang laut Datenblatt: Innen- und Außengerät, eine Halterung für normale Fenster, eine Fensterfixierung und ein „Hot Air Stop“ mit 6 Metern zum Abdichten des Fensterspalts. Für Dachfenster, französische Balkonfenster und Wohnmobile/Wohnwagen braucht es die optionale Universal-Halterung.
Kühlleistung und Raumgröße
3,5 kW sind die Leistungsklasse, die man auch bei fest installierten 12.000-BTU-Geräten findet. Midea gibt Räume bis 42 m² an. Im Vergleich zu herkömmlichen mobilen Klimageräten nennt der Hersteller eine bis zu viermal höhere Kühlleistung und eine dreimal höhere Effizienz; das bezieht sich laut Fußnote auf Messungen eines Drittlabors in Anlehnung an die Prüfbedingungen der Stiftung Warentest für mobile Klimaanlagen, verglichen mit Daten aus 2021. Das ist eine Herstellerangabe, die wir nicht nachprüfen können.
Der physikalische Vorteil ist allerdings plausibel: Ein Monoblock-Gerät bläst warme Abluft durch einen Schlauch nach draußen und saugt dabei Luft aus der Wohnung an, die durch Ritzen warm nachströmt. Bei der PortaSplit arbeiten Kompressor und Kondensator draußen, im Zimmer bleibt nur der Verdampfer.
Lautstärke: innen leise, außen hörbar
Innen nennt Midea 39 dB(A) im Silent-Modus, gemessen in einem Meter Abstand, und 49 dB(A) auf höchster Stufe. Das ist für ein Gerät dieser Leistung niedrig, aber nicht „leiser als ein Flüstern“, wie es die Amazon-Beschreibung formuliert – diese Werbeaussage stammt vom Verkäufer.
Wichtiger für Nachbarn ist das Außengerät: 56 dB(A) Schalldruck und 62 dB Schallleistung. Es hängt direkt vor dem Fenster, also näher an Nachbarfenstern als ein an der Fassade montiertes Außengerät. Der Berliner Mieterverein weist darauf hin, dass für Wohngebiete nachts ein Richtwert von 35 dB(A) nach TA Lärm gilt. Wer die PortaSplit nachts im Schlafzimmer laufen lässt, sollte die Position des Außengeräts mit Blick auf Nachbarn wählen.
Heizen mit der Wärmepumpe
Die PortaSplit heizt über die Wärmepumpe und kommt laut Midea auf SCOP 4,0 und Energieklasse A+. Der Einsatzbereich im Heizbetrieb reicht bis −10 °C Außentemperatur. Für Übergangszeit und milde Winter ist das eine sinnvolle Ergänzung zur Zentralheizung, etwa für ein Arbeitszimmer. Bei Dauerfrost unter −10 °C ist das Gerät laut Datenblatt außerhalb seines Bereichs.
Gewicht und Platzbedarf
Mit 32,5 kg ist das Innengerät schwer und mit 646 mm Höhe auch nicht klein. Es steht auf dem Boden, nicht an der Wand. Leicht ist dagegen das Außengerät mit 9,9 kg – Midea vergleicht es mit einem Balkonblumenkasten. Prüfen Sie trotzdem, ob Ihre Fensterbrüstung oder Ihr Balkongeländer für die Halterung geeignet ist; der Schlauch ist nur 2 m lang, Innen- und Außengerät müssen also nah beieinander stehen.
Kältemittel R32 und F-Gase-Verordnung
Die aktuelle PortaSplit arbeitet mit R32 (GWP 675). Im September 2026 hat Midea angekündigt, die PortaSplit ab 2027 mit R290 (Propan) fortzuführen. Laut Pressemitteilung dürfen R32-Geräte, die bis einschließlich 31. Dezember 2026 rechtmäßig in der EU in Verkehr gebracht wurden, auch danach regulär verkauft werden; bereits gekaufte Geräte dürfen ohne Einschränkung weiter genutzt werden. Hintergrund ist laut ZDH-Übersicht die Regel für steckerfertige Raumklimageräte und andere geschlossene Systeme bis 12 kW: F-Gase mit GWP ab 150 ab 2027. Sie kaufen also kein Gerät, das Sie demnächst abschalten müssen.
Für wen eignet sich die PortaSplit?
Gut geeignet für:
- Mieter, die keine Erlaubnis für eine fest montierte Anlage bekommen oder nicht bohren wollen.
- Räume bis etwa 40 m² mit normalem Fenster oder Balkon direkt daneben.
- Wer im Sommer kühlen und in der Übergangszeit günstig heizen möchte.
Weniger geeignet für:
- Wohnungen ohne Fensterbrüstung oder Balkon für das Außengerät.
- Wer die Lösung mit dem geringsten Preis sucht – eine fest installierte Anlage ist oft günstiger, wenn Montage erlaubt ist.
- Sehr kleine Wohnwagen: Hier ist das 32,5 kg schwere Innengerät zu groß.
Alternativen
Wenn Sie bohren dürfen und einen Fachbetrieb beauftragen, bekommen Sie mit der Kältebringer R290 12000 BTU eine fest installierte Anlage mit ähnlicher Leistung und Propan als Kältemittel, oder mit der LG Libero WZ09 ein günstiges 9000-BTU-Markengerät. Für den Wohnwagen ist die kleine Eurom AC4201 gedacht. Alle Modelle eingeordnet: Split-Klimaanlagen-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Die Midea PortaSplit löst ein echtes Problem: Sie bringt Split-Technik in Wohnungen, in denen eine feste Klimaanlage nicht erlaubt oder nicht gewünscht ist. Die Herstellerdaten (3,5 kW, SEER 6,1, Heizen per Wärmepumpe) liegen auf dem Niveau fest installierter Geräte, die Aufstellung ist ohne Fachbetrieb möglich, und die große Zahl zufriedener Amazon-Käufer spricht für das Konzept. Der Preis dafür sind ein schweres Innengerät im Raum, ein Fensterspalt und ein Außengerät, das direkt vor dem Fenster hörbar ist. Wer eine feste Anlage montieren darf, fährt mit einer klassischen Split-Klimaanlage meist günstiger.
Quellen